Über TeachersNews bin ich auf den Artikel „ADHS bremst das Gehirn“ bei Wissenschaft.de aufmerksam geworden.
Laut der dort beschriebenen Studie reifen bei ADHS-Kindern die Gehirnbereiche abweichend zur Norm. Die Bereiche für Bewegung früher und die Bereiche für Kontrolle der Bewegung und Aufmerksamkeit später als bei unauffälligen Kindern. Eine schlimme Kombination für alle Betroffenen. Immerhin eine Erklärung, warum ADHS bei Erwachsenen meist nur noch schwach ausgeprägt ist. Als Lehrer stell ich mir dann die Frage, ob es sinnvoll wäre, die Lernzeit später ins Leben zu verlegen, wenn sich die Probleme auswachsen?

Heute habe ich via teachersnews.net diese beiden Artikel entdeckt:
„Warum Finnlands Schüler die Allerbesten sind“ bei Welt online und „Was macht erfolgreichen Unterricht aus?“ im Mindener Tagblatt.
Der Welt-Artikel berichtet von einer Studie, die gezeigt hat, dass der Bildungserfolg der Schulen von den Leistungen der Lehrer abhängt und kaum von der Schulorganisation (Tages-/Halbtagesschule, gegliedert oder Einheitsschule). Kaum überraschend und nicht neu. Für Deutschland vielleicht ungewöhnlich zu lesen, dass es auch an den Lehrern liegt, wenn es läuft, denn hier sind immer die Lehrer schuld, wenn es net läuft. Leider fehlen hier die Tipps, wo man die guten Lehrer auf die Schnelle herbekommt. Eigentlich müssten gute Ausbilder dann ja auch lauter gute Lehrer ausbilden bzw. fortbilden können…
Im Mindener Tagblatt erklärt ein Psychologe, was guten Unterricht ausmacht bzw. wie man Unterricht verbessern könnte. Auch hier wenig Neuigkeiten, aber eine gute Zusammenfassung der Erkenntnisse, die man schon einmal wo gelesen hat.

Wieder einmal gibt es Aufregung über die geplante Veränderung des dreigleidrigen Schulsystems. Über die geplante Einführung der Realschule plus im Bundesland Rheinland-Pfalz hat das Blog schwellenpädagogik ein Dossier der wichtigesten Meldungen zusammengestellt.
Auf mich wirkt der Versuch, die Probleme an den Hauptschulen durch eine Abschaffung dieses Schultyps zu lösen – auch wenn sie mit der Zusammelegung mit der Realschule passiert – so als wollte ich Arbeitslosigkeit beseitigen, indem ich die Agentur für Arbeit abschaffe. Auch wenn noch keine konkreten Pläne für die geplante Realschule plus öffentlich sind, gehe ich doch davon aus, dass man die Problemfälle auch nur an einem neuen Schultyp beschult, aber auch keine wirksamen(!) besonderen Fördermaßnahmen vorsieht. Damit werden die Probleme aber auch nicht gelöst, sondern nur verlagert und vielleicht neue geschaffen, indem Eltern dann noch mehr versuchen, ihre Kinder um jeden Preis am Gymnasium unterzubringen.